Ostelsheimer Bürgermeister Ryyan Alshebi auf dem Bänkle
- Vereinsvorstand
- vor 3 Tagen
- 1 Min. Lesezeit

Politik ist langsam, bürokratisch und geht am Leben der Menschen vorbei? Ein syrischer Bürgermeister beweist das Gegenteil. Obwohl Ryyan Alshebl erst 2015 aus Syrien nach Deutschland kommt, wird er 2023 mit absoluter Mehrheit zum Bürgermeister von Ostelsheim im Nordschwarzwald gewählt – er ist damals gerade einmal 29 Jahre alt. Seine Devise: anpacken statt abwarten. Sein Buch ist der optimistische Gegenentwurf zu Politikverdrossenheit und Populismus.
Alshebl zeigte am 16. Juli auf dem Schönberg-Bänkle anhand zahlreicher Beispiele, wie Politik ganz konkret das Leben der Menschen verbessern kann. Sein Erfolgsrezept? Er packt Probleme dort an, wo sie entstehen und findet pragmatische Lösungen, ob in Fragen der Bildungs-, Wohnungs- oder Migrationspolitik. Zugleich erzählte er von seinem täglichen Kampf mit Bürokratie und Befindlichkeiten: Was haben Fledermäuse mit der deutschen Bahn oder dem Bau von Geflüchtetenunterkünften zu tun? Wie kann es sein, dass ein Windpark einen ganzen Ort spaltet? Alshebl schilderte bemerkenswerte Begegnungen, seine täglichen Auseinandersetzungen mit der Regelwut und erläuterte, warum er trotz aller Widerstände nie den Mut verliert.
Ryyan Alshebl wurde 1994 in Suweida, Syrien, geboren. 2015 floh er vor dem Bürgerkrieg und politischer Verfolgung über das Mittelmeer nach Deutschland und landete in Calw bei Stuttgart. Nach einer Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten ist er seit dem 23. Juni 2023 Bürgermeister von Ostelsheim. Im Schönberg diskutierte Alshebi mit Moderatorin Martina Klein darüber, was die kommunale Verwaltung und wir hier im Schönberg aus den Erfahrungen lernen oder vielleicht sogar übernehmen könnten, und las aus seinem Buch "Flucht nach vorn", einem ehrlichen und mitreißenden Werk, das ein eindrucksvolles Plädoyer für mehr Zusammenhalt, Verständnis und Tatkraft in der deutschen Politik und Gesellschaft ist.



Fotos: Droemer Knaur und Veit Mathauer




Kommentare